G. F. Unger Western-Bestseller 2376 - Western (2023)

Immer wenn Jim Payne »seinen« Stern am Abendhimmel aufgehen sieht, treibt es ihn weiter nach Westen. Doch dann begegnet er einem besonderen Hengst und später einem wunderschönen Mädchen - und er weiß, dass er am Ende seiner Suche angelangt ist ...

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G.F. Unger ist der erfolgreichste deutschsprachige Western-Autor. Mit einer Rekordauflage von über 250 Millionen Exemplaren gehört er zur internationalen Spitzenklasse der Spannungsliteratur. Und das zu Recht!
Niemand vermag es wie er, die unermesslichen Weiten des amerikanischen Westens und die Stärke der unerschrockenen Männer, die sie erschlossen, zu beschreiben.

Erleben Sie den amerikanischen "Wilden Westen", wie nur G.F. Unger ihn schildern kann: hart, authentisch, leidenschaftlich.

Bastei Western-Bestseller - seit Jahrzehnten auf Erfolgskurs. Woche für Woche stehen begeisternde Western voller Spannung von G.F. Unger auf dem Programm.

Jim knetet seine schmerzenden Hände und leckt das Blut von seinen Knöcheln.

Einige Männer sind aus dem Schlafhaus gekommen, und eine Stimme ruft hinein: »Kommt raus, kommt raus! Seht euch das an! Da liegt Cal McIntire am Boden und kann nicht mehr! Jungs, er hat Jim Payne nicht mal treffen können! Seht euch Cal McIntire an, Jungs, der zum ersten Mal in diesem Land verprügelt wurde. Und das in vier Sekunden!«

Jim Payne sitzt indes auf.

Er winkt den Männern zu, zieht sein Pferd herum, lenkt es um die bewegungslose Gestalt des Vormanns herum und reitet davon.

Und er weiß, dass das Mädchen Jill von irgendwoher aus dem Schatten zugesehen hat. Die eitle Tochter des Ranchers wollte sich dafür rächen, dass nicht einmal ihre Reize Jim Paynes Fernweh besiegen konnten. Deshalb hetzte sie den Vormann gegen ihn auf.

Aber er ist ihr nicht böse. Er reitet nach Westen. Sein Stern leuchtet dort klar am Himmel. Die Nacht ist schön.

Es wird ein gutes Reiten.

Acht Wochen später hat er New Mexico durchquert und erreicht die Grenze von Arizona.

Arizona! Er hat schon viel von diesem Land gehört. Und als er die Grenze erreicht, da sieht er die gewaltigen Bergketten vor sich.

Voll tiefer Neugierde und mit großer Erwartung reitet er auf der staubigen Poststraße weiter nach Westen und betrachtet die roten Mesas mit Staunen.

Und wenn er in der Nacht an seinem Campfeuer sitzt und nach seinem Stern blickt, kommt es ihm so vor, als wäre der Himmel hier in Arizona viel schöner als anderswo.

Zwei Wochen später kommt er über einen Pass, dessen Namen er nicht kennt. Unter ihm liegt ein gewaltiges Tal, in dem sich eine Kette von Mesas von Ost nach West zieht und das immer wieder von tiefen Canyons kreuz und quer durchbrochen wird.

Eine kleine Stadt liegt dort unten. Die Holzhäuser wirken von hier oben wie kleine gelbe Schachteln.

Am späten Nachmittag erreicht Jim Payne die Ebene des Tals und die Stelle, wo eine kleinere Fahr- und Reitstraße in die Poststraße mündet. Hier steht auch ein Wegweiser.

In das verwitterte Holz wurden vor langer Zeit mit einem Brenneisen die Worte eingebrannt:

RENNAHAN CITY

einzige Stadt im

Whisper Valley

Jim Payne liest die Worte und denkt darüber nach, warum dieses Tal wohl Whisper Valley, also »Geflüstertal« oder »Wisperndes Tal«, heißen mag.

Er reitet weiter.

Die Sonne ist schon weit hinter den Bergen versunken, als er die ersten Häuser der Stadt erreicht.

Jim reitet an der Schmiede vorbei und denkt daran, dass sein Wallach beschlagen werden sollte. Aber er hat nur noch einen einzigen Dollar in der Tasche. Er ist ziemlich abgerissen, besitzt keinen Proviant mehr und hofft, dass er hier irgendwo Arbeit bekommen kann.

Jim reitet langsam weiter- ein großer, hagerer Bursche mit rotem Haar, abgerissener Kleidung, staubig, auf einem müden Pferd mit hungrigem Magen.

Er kommt am Frachtwagenhof, an der Posthalterei und an einem großen Store vorbei. Auf der anderen Seite schließt sich ein Hotel mit Restaurant an die Futtermittelhandlung an.

Dann erreicht er den Mietstall und reitet in den Hof hinein.

Ein alter Mann sitzt neben der offenen Stalltür an der Wand und arbeitet an einem Zaumzeug. Als Jim absitzt, erhebt sich der Alte und sieht Jim scharf und prüfend an.

»Das ist ein schönes Tal.« Jim lächelt und sein braunes Gesicht verliert mit einem Mal die dunklen und harten Linien und wird hübsch und sympathisch. Er wirkt nun ganz wie ein junger und etwas verwegener, leichtsinniger Satteltramp. Er ist ja auch erst fünfundzwanzig.

Der Alte betrachtet ihn immer noch forschend. Er hat klare Augen, die noch scharf sind. Sein Blick bleibt eine Sekunde lang auf dem Colt des großen Cowboys hängen.

Dann nickt er und murmelt: »Yeah, es ist ein prächtiges Tal. Und es ist geduldig und muss die Menschen darin ertragen. Fremder, für fünfzig Cents bekommt Ihr Pferd alles, was es braucht. Es müsste beschlagen werden, nicht wahr?«

»Yeah«, nickt Jim und überlässt dem Alten sein Tier. Er geht zum Brunnen, holt Wasser herauf und steckt dann seinen Kopf in den Eimer. Er trocknet sich mit dem Halstuch ab und geht dann wieder in den Stall hinein.

Der Alte reibt sein Tier ab. Jim hilft ihm dabei. Er prüft auch das Kornfutter und das Heu.

»Es ist ein gutes Pferd«, murmelt der Alte. »Bleiben Sie hier- oder reiten Sie nur durch, Fremder?«

»Wenn ich Arbeit finde, könnte ich es vielleicht eine Weile in diesem Tal aushalten«, lächelt Jim, und seine Worte sind nicht nur eine Antwort, sondern auch eine Frage.

Er reicht dem Mann seinen Dollar und bekommt fünfzig Cents zurück.

»Arbeit?«, murmelt der Alte. Und er sieht Jims tief geschnallten Colt. »Vielleicht bekommen Sie hier Arbeit, mein Sohn- vielleicht auch nicht.«

Er wendet sich ab und verschwindet im Hintergrund des Stalls.

Jim tritt auf die Straße hinaus. Er bleibt stehen und überlegt. Zwei Männer in Weidekleidung kommen vorbei, betrachten ihn scharf und überqueren dann die Straße. Sie verschwinden im Saloon.

Jim folgt ihnen. Der Saloon heißt »Royal Saloon«, und als Jim eintritt, stehen die beiden Männer am Schanktisch und beobachten ihn im Spiegel. Auch der Mann hinter der Bar sieht ihn scharf an. Es ist ein riesenhafter Mann, in dessen großen Händen die Whiskygläser fast wie Fingerhüte wirken.

Jim geht zum anderen Ende des Schanktischs, nickt grüßend und verlangt ein kühles Bier.

Der Barmann bringt es ihm nach einer Weile, bleibt aber stehen und betrachtet Jim aufmerksam. Auch die beiden anderen Männer sehen Jim an.

Jim trinkt langsam. Das Bier ist wirklich kühl. Auf diesen Trunk hat er sich schon viele Tage gefreut. Als er das Glas absetzt, fragt der große Mann ihn: »Fremd hier?«

»Sicher, und wenn ich irgendwo Arbeit bekommen sollte, werde ich noch eine ganze Menge von diesem Bier trinken. Es ist gutes Bier.«

»Das Glas kostet fünfundzwanzig Cents«, sagt der Barmann nur.

Jim legt seine fünfzig Cents auf den Tisch und grinst.

»Dann kann ich noch ein Glas trinken.«

»Vielleicht bekommen Sie Arbeit- vielleicht auch nicht«, wiederholt nun der Barmann die Worte des Alten vom Mietstall. Dann geht er davon, um ein neues Bier einzuschenken.

Die beiden Männer in Weidekleidung beobachten Jim noch. Er erwidert ihre scharfen Blicke hart und fest. Natürlich wird ein Fremder immer genau beobachtet, wenn er in eine kleine Stadt kommt. Aber für Jims Geschmack starren ihn die beiden Männer zu offensichtlich an.

Er hat sie schon abgeschätzt. Es sind zwei hagere und hartgesichtige Burschen. Er kennt diese Sorte. Sie tragen ihre Colts auf eine besondere Art, und überhaupt wirken sie mehr wie zwei Nachtfalken als wie Cowboys. Ein Hauch von Härte und Unduldsamkeit, Verwegenheit und ständiger Bereitschaft geht von ihnen aus.

Als Jim meint, dass sie ihn nun lange genug angestarrt haben, sagt er sanft und ruhig: »Ich bin sechs Fuß groß, wiege hundertachtzig Pfund, komme aus Texas und trage einen Colt. Und ich liebe es nicht besonders, wenn ich so angestarrt werde.«

Sie grinsen seltsam. Der eine Mann sagt leise, aber vernehmlich: »Siehst du, er ist von jener Sorte. Vielleicht weiß er schon ganz genau, wo er Arbeit finden wird.«

Draußen kommt ein Wagen in die Stadt gefahren. Der Wirt schenkt nun das Bier ein und starrt Jim dabei wieder forschend an.

Einer der beiden Männer geht zur Tür und tritt auf die Straße. Er ruft bald darauf: »Pete, was ist mit Curly passiert?«

Eine Stimme ruft eine längere Erklärung, aber Jim kann die Worte nicht verstehen.

Dann kommt der Mann wieder in den Saloon zurück und sagt zu seinem Gefährten und zum Wirt: »Wieder ein guter Junge zum Teufel! Curly Peters ist gestern aus dem Tonto-Becken bei uns angekommen, um sich den verdammten Hengst anzusehen, den keiner reiten kann. Und heute ist er auf das verdammte Biest geklettert, weil er sich die fünfhundert Dollar verdienen wollte. Aber Apache hat ihn natürlich zur Sonne gefeuert. Curly Peters hat sich beide Beine und einige Rippen gebrochen. Dieser Hengst hat wieder einmal einen Mann erledigt. Ich glaube, es gibt in ganz Arizona keinen Zureiter mehr, der es mit Apache versucht. Und Bill Montgomery wird die fünfhundert Dollar niemals ausgeben müssen. Sie haben Curly Peters eben mit dem Wagen in die Stadt gebracht und ins Haus des Doc getragen. Ich konnte ihn stöhnen hören. Zum Teufel, es gibt auf der ganzen Welt keinen Mann, der länger als zehn Sekunden auf dem Rücken dieses Teufelshengstes bleiben kann.«

»Aber Bill Montgomery hat Spaß daran, wenn der Hengst gute Männer zerbricht«, brummt der Saloonwirt.

Er bringt Jim Payne das zweite Bier, wendet sich schon halb ab, um zu den beiden anderen Männern zu gehen, aber plötzlich grinst er, sieht Jim nochmals an und sagt: »Da sind fünfhundert Dollar zu verdienen, Texas-Mann. Auf der Mokassin Ranch gibt es einen Hengst, den niemand reiten kann. Bill Montgomery hat eine Prämie von fünfhundert Dollar ausgesetzt. Ist das Ihre Chance, Texas-Mann?«

Jim Payne trinkt, setzt das große Glas dann ab und wischt den weißen Schaum ab. Er lächelt seltsam, denn er weiß, dass der Wirt jetzt damit rechnet, er würde auf diese Chance verzichten.

Ganz ruhig sagt er: »Sicher, warum nicht. Ich werde mir den Hengst mal ansehen. Vielleicht verdiene ich mir die fünfhundert Dollar. Wie komme ich zur Mokassin...

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Author: Kareem Mueller DO

Last Updated: 25/09/2023

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